AfA UB Amberg

2017-03-15 AfA zur Rentenreform vom 01. Juli 2014

Allgemein

Die Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (AfA) unter ihrem Vorsitzenden Karl- Heinz König, der die Anwesenden, unter Ihnen der Bundestagsdirektkandidat der SPD, Johannes Foitzik, begrüßt, ist es gelungen, den ausgewiesenen Rentenberater der Rentenversicherung Bund, Peter Hofmann, Organisationssekretär im Büro Weiden des DGB für diesen Vortrag zu gewinnen. Leider gibt es zu dieser Rentenreform bei den Betroffenen noch viele offene Fragen und Unsicherheiten durch haltlose Gerüchte. Fakt ist aber, wie Karl-Heinz König ausführt, dass die Agenda 2010 auch im Punkt Renten korrigiert werden muss. Das Rentenniveau muss wieder angehoben werden, zurzeit beträgt es nur 47,5% und bis 2030 soll das Rentenniveau auf 43% fallen. Das bedeutet für viele Rentner, die den Versprechungen der Politik in den vergangenen Jahren Glauben geschenkt haben, ein Abrutschen in die Altersarmut. Um diese wenigstens zum Teil zu verhindern und Gerüchte aus zu räumen, hat sich Peter Hofmann bereit erklärt, zu diesem Thema ein Referat zu halten. Die Änderungen im Rentengesetz betreffen folgende Themen:

Mütterrente

Rente ab 63

Flexirente

Erhöhung Reha-Budget

Anpassung EM-Rente

Rente 2017

Und mit diesen Punkten zusammenhängend – die Gefahr der Altersarmut.

Anschließend an den Vortrag können Fragen gestellt werden, die Peter Hofmann gerne beantworten wird.

Nach der Begrüßung sprich Johannes Foitzik zu diesem Thema. Er führt aus, dass die Rente ein Zentrale Thema im Wahlkampf sein wird. Das Hauptargument der Politik gegen eine Erhöhung des Rentenniveaus ist immer die Aussage, das sein nicht finanzierbar. Das ist definitiv falsch, so Foitzik. Das notwendige Geld ist vorhanden, es muss nur neu umgeschichtet und an den richtigen Stellen angesetzt werden. Martin Schulz und Andrea Nahles haben entsprechende Änderung im Rentengesetz bereits vorbereitet. Johannes hofft, dass auch er aus diesem Vortrag etwas nach Berlin mitnehmen kann. Mit diesen Worten übernimmt Peter Hofmann das Mikrofon und beginnt seinen Vortrag. Gleich vorweg: Norbert Blüm hat das geflügelte Wort geprägt: „Die Rente ist sicher“. Recht hat er damit, auch wenn er nichts über die Höhe gesagt hat. Aber die Rentenkasse hat 2 Weltkriege, Weltwirtschaftskrise, Währungsreformen überstanden. Sie wird sicher auch diese Reformen überstehen. Erstes Thema ist die Lebensarbeitszeit. Beispiel: Ein Arbeitnehmer, der mit 15 Jahren z.B. bei der Maxhütte seine Lehre begonnen hat, dann bis 63 an der Walzstraße gearbeitet hat, hat 48 Jahre Rentenbeiträge gezahlt. Dieser Arbeitnehmer kann nicht weiter bis 67 arbeiten. Von daher hat die Rente mit 63 ihre Berechtigung und war überfällig! Zur Flexirente seine Ausführungen: Das ist so kompliziert, dass bislang Niemand so richtig durchblickt. Noch nicht einmal die, die diese Flexirente entworfen haben. Will Jemand also die Flexirente in Anspruch nehmen, so erwartet Peter Hofmann, dass sich die Betreffenden immer an einen Rentenberater wenden, um hier keine Fehler zu machen, die den betroffenen viel Geld (Rente) kosten können. Das A & O der Rente ist die „Kontenklärung“. Die Stammtischparolen, dass hier die letzten Beitragsjahre die wichtigsten sind, ist völliger Unsinn. Alle Einträge müssen im Konto ohne Lücken nachgewiesen sein. Der Rentenberater hilft bei der Klärung. Was muss der Antragsteller wissen: Alles und Jedes bei der Rente hat einen Stichtag. Am Stichtag hängt das Geld! Wird ein Stichtag versäumt, gibt es kaum noch ein Zurück. Zur EM-Rente (Erwerbsminderungs-Rente) ist zu beachten, dass es sich hier um einen schleichenden Prozess handelt. Krank wird man nicht von heute auf morgen! Das Problem bei der EM-Rente ist, wenn der Betroffene mit einer EM-Rente in die Vollzeitrente geht, bleibt die Höhe der Rente auf der EM-Rente stehen, in der Regel ist das unter 1000,- EUR. Hier kann nur eine gute Beratung helfen, frühzeitig (Stichtage!) wieder in die normale Rente zu wechseln. Zur Feststellung einer Erwerbsminderung noch folgendes: Die EM stellt immer ein Arzt fest! Niemand anders!

Bei Schwerbehinderung ist es wichtig, dass nur ein GdB (Grad der Behinderung) von mindestens 60 beachtet wird. Auch wichtig ist hier, dass auch ein GdB geringer werden kann, außer bei „Unbefristet“. Wichtig ist auch, dass nicht mehr Summiert wird. Es zählt nur noch der höchste Grad.

Rente mit 63: Besonders beachtet werden muss hierbei, dass das Rentenkonto 45 Jahre voll und ohne Lücken ist. Es hilft sicher der Berater! Abgezogen werden hier jedoch immer die nicht geleisteten Beiträge von 63 bis 65!

Erhöhung des Reha-Budgets. Hier wurde von Sozialgerichten endlich für Gerechtigkeit gesorgt. Es ist jetzt gleich, ob ein 28jähriger oder ein 60jähriger Leistungen in Anspruch nimmt. Beide werden gleich behandelt.

Mütter-Rente: Hier gibt es immer noch eine Ungerechtigkeit: Für Kindererziehung vor 92 2 Rentenpunkte und nach 92 3 Rentenpunkte. Die Union hat eine Gleichbehandlung verhindert. Interessant wäre die Antwort von CDU-CSU-Abgeordneten auf die Frage, wie sie das ihren Müttern erklären, dass die Erziehung der Älteren weniger Wert ist, als die der jüngeren Geschwister!

Ca. 19 Jahre muss ein Einzahler in die Rentenkasse Beiträge leisten. Erst dann ist die Rente finanziert. Bei einem Minijob mit 300,- EUR im Monat muss die betroffene Person 255 Jahre (3060 Monate) Arbeiten, um die Grundsicherung von 765,- EUR zu erreichen! Bei Frauen in Teilzeit ist das noch viel gravierender: Sie müssen durchschnittlich 647 Jahre arbeiten. Jeder Rentenbeitragszahler muss einen Brutto-Mindestverdienst von 17,- EUR in der Stunde haben. Erst dann ist sein Rentenbeitrag gesichert! Diese Zahlen sind erschreckend und eigentlich kann man nicht verstehen, aus welchem Grund unsere Volksvertreter davor die Augen verschließen. Hier ist die Alterarmut der Rentner vorgezeichnet. Daran ändert auch eine private Vorsoge (Riesterrente) nichts, die sich in den vergangenen Jahren als Flop für Rentenzahler und Gelddruckmaschine für Versicherungen erwiesen hat.

Einen Tipp gibt aber Peter Hofmann jedem Rentenzahler: Sagen Sie der Rentenversicherung Bund, dass sie mit 63 Jahren in Rente gehen wollen, aber die fehlenden Beiträge selbst zahlen wollen. Mit 63 dann erklären Sie der Rentenversicherung, dass sie nun doch bis 67 Jahren weiter arbeiten möchten. Die überzahlten Beiträge bleiben erhalten und erhöhen Ihre Rente nicht unbeträchtlich! Leider machen das, da diese Möglichkeit weitestgehend unbekannt ist, nur ca. 1000 Personen Bundesweit.

 

…Und: Klären Sie Ihr Rentenkonto mit Hilfe der Rentenberater. Ihr Rathaus, der DGB, Gewerkschaften und auch die Rentenversicherung Bund geben Ihnen gerne Auskunft und der Rentenberater ist kostenlos!

 
 

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